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User Experience Design

Wissen – User Experience Design

Experience Principles

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Designmethode – Experience Principles

Wie Sie mit Erlebnisprinzipien Kundenbedürfnisse und Markenpersönlichkeit in Einklang bringen

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Experience Principles (deutsch: Erlebnisprinzipien) beschreiben wie Kundinnen und Kunden einer Marke deren Produkte und Dienstleistungen konsistent und effektiv erleben sollen.

Markenversprechen und den Kundenbedürfnissen in Einklang bringen

Erlebnisprinzipien lassen sich aus dem Markenversprechen und den Kundenbedürfnissen ableiten. Sie beschreiben in prägnanten Sätzen die gemeinsame Vision, wie Kundinnen und Kunden die Marke erleben sollen. Experience Principles fokussieren auf die Umsetzung und den Transfer der Markenpersönlichkeit in konkrete Produkte und Services mit einem angestrebten Nutzererlebnis.

Experience Principles beschreiben in prägnanten Sätzen die gemeinsame Vision, wie Kundinnen und Kunden die Marke erleben sollen

Erlebnisprinzipien sind im Gegensatz zu starren Standards, die Kreativität und Innovation einschränken, offen und inspirieren. Sie bieten einen gemeinsamen Rahmen für die vielen Entscheidungen, die erforderlich sind, um markenprägende Produkte und Dienstleistungen zu gestalten. Die Erlebnisprinzipien müssen von der ganzen Organisation getragen und von der Strategie bis zur Umsetzung befolgt werden, um differenzierte Kundenerlebnisse zu schaffen.

Damit Experience Principles in einer Organisation wirkungsvoll eingesetzt werden zu können, müssen diese kurz, spezifisch, einprägsam, bereichsübergreifend und widerspruchsfrei sein.

Warum Sie Experience Principles in ihrer Organisation etablieren sollten

Experience Principles

  • fokussieren auf die Umsetzung und bieten Rahmenbedingungen, damit verschiedenen Teams die gleichen Ziele verfolgen
  • können als Filter zur Überprüfung neuer Ideen eingesetzt werden
  • können als Kreativitäts-Inspiration für neue Ideen dienen
  • können zur Qualitätskontrolle einzelner Markenkontaktpunkte eingesetzt werden
  • helfen neue Mitarbeitende schneller und präziser in die angestrebte User Experience einzuführen
  • unterstützen bei der Einführung neuer Themen in die breite Organisation
  • helfen den Projektteams, sich ihren Teil (z. B. ein Produkt, einen Kontaktpunkt oder einen Kanal) zu eigen zu machen und gleichzeitig Konsistenz und Kontinuität in der 360 Grad Kundenreise zu unterstützen

Die Designarbeit wird von vielen universellen oder heuristischen Prinzipien geleitet. Erlebnisprinzipien ergänzen diese durch prägnante Leitsätze, die auf die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden zugeschnitten sind. Als kontextbezogene Richtlinien für Strategie- und Designentscheidungen beschreiben Experience Principles wie Kundinnen und Kunden die Marke auf der gesamten End-to-End-Reise erleben sollen.

Um eine breite Akzeptanz der Erlebnisprinzipien zu erreichen, müssen die Mitarbeitenden, auf den unterschiedlichsten Ebenen der Organisation, den Sinn und Wert dieser Arbeitsweise verstehen.

Wie können Experience Principles in der Organisation verankert werden?

Um eine breite Akzeptanz der Erlebnisprinzipien zu erreichen, müssen die Mitarbeitenden, auf den unterschiedlichsten Ebenen der Organisation, den Sinn und Wert dieser Arbeitsweise verstehen. Dies benötigt Information und Überzeugungsarbeit. Am besten funktioniert dies, wenn die Arbeit mit Erlebnisprinzipien  in einem Pilotprojekt getestet werden, um nachvollziehbar zu zeigen, wie die Arbeitsweise in der Praxis funktioniert.

Aus der Praxis

Ein bewährtes Muster (als Beispiel Mailchimp) wie Sie Ihre Erlebnisprinzipien festhalten können:

  • Fun, but not childish.
  • Funny, but not goofy.
  • Powerful, but not complicated.
  • Hip, but not alienating.
  • Easy, but not simplistic.
  • Trustworthy, but not stodgy.
  • Informal, but not sloppy.

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    Millers UX Law

    Millers UX Law

    Warum 7 plus/minus 2 eine gute Wahl ist

    Millers ux law

    Das Millersche Gesetz besagt, dass sich eine Person im Durchschnitt nur 7 plus/minus 2 Objekte im Gedächtnis merken kann.

    Menschliche Kurzzeitgedächtnis

    Informationen lassen sich einfacher verarbeiten und memorieren, wenn diese in einer begrenzten Anzahl von Einheiten zusammengefasst werden. Bei der Interaktion mit digitalen Produkten ist das menschliche Kurzzeitgedächtnis sehr wichtig. Es speichert die Informationen, die die Nutzenden brauchen, um das Produkt (von der einfachen App bis zur komplexen Fachanwendung) zu bedienen. Wichtig ist, dass den Nutzenden so wenig wie möglich zugemutet wird und die kognitive Belastung auf eine Minimum reduziert wird.

    Zu viele Informationen überfordern

    Der Psychologe George Miller verfasste das Standardwerk «The Magical Number Seven, Plus or Minus Two: Some Limits on Our Capacity for Processing Information». Das Werk fasst seine Erkenntnisse zusammen, dass das menschliche Kurzzeitgedächtnis sich 7 plus/minus 2 (also maximal 9) Objekte merken kann. Die Anwendung von Millers Gesetz, bei der Gestaltung von digitalen Produkten, entlastet das Kurzzeitgedächtnis. Dies führt zu einem positiveren Nutzererlebnis bei der Interaktion mit Webseiten, Apps oder Softwareoberflächen.

    Als Faustregel ist 7 plus/minus 2 immer noch eine gute Anzahl Objekte, obwohl es heute differenziertere Forschungsergebnisse gibt, die besagen, dass es vor allem auf die Art der Informationen und den Kontext ankommt. Aus dem Designalltag: Eine App oder Webportal mit 5 bis 9 Menüeinträgen kann gut funktionieren. Ein Onlinedienst mit 5 bis 9 verschiedenen Preismodellen wäre aber definitiv nicht sinnvoll. In diesem Fall sind 3 Optionen die Regel und 5 die maximale Obergrenze.

    Das Millersche Gesetz im Designalltag anwenden

    Informationseinheiten (Chunks) bilden, um damit die kognitive Belastung zu reduzieren, ist ein eine effektive Methode im Design. Damit lassen sich grosse Mengen an Informationen in überschaubare Gruppen organisieren. Häufig wird dies zur Vereinfachung von Designs eingesetzt, um beispielsweise einen langen Text in übersichtlich Abschnitte zu unterteilen, oder um mehrstellige Zahlencodes einfacher in ein Formular einzutragen.

     

    Als Faustregel ist 7 plus/minus 2 immer noch eine gute Anzahl Objekte, obwohl es heute differenziertere Forschungsergebnisse gibt, die besagen, dass es vor allem auf die Art der Informationen und den Kontext ankommt. Aus dem Designalltag: Eine App oder Webportal mit 5 bis 9 Menüeinträgen kann gut funktionieren. Ein Onlinedienst mit 5 bis 9 verschiedenen Preismodellen wäre aber definitiv nicht sinnvoll. In diesem Fall sind 3 Optionen die Regel und 5 die maximale Obergrenze

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      Informationsarchitektur

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      Informationsarchitektur – Bauplan der Designstruktur

      Die Informationsarchitektur bildet das Rückgrat jeder digitalen Anwendung

      informationsarchitecture ia

      Die Informationsarchitektur (IA) organisiert, strukturiert und kennzeichnet Inhalte. Die IA hat zum Ziel, den Benutzenden relevante Informationen zur Erledigung ihrer Aufgaben zur Verfügung zu stellen.

      Wir Menschen haben uns daran gewöhnt, die Inhalte und Funktionalität der digitalen Produkte so zu erleben, wie viele von ihnen sind: gut strukturiert und einfach zu bedienen. Dies passiert nicht zufällig.

      Was ist Informationsarchitektur?

      Informationsarchitektur ist eine Wissenschaft der Organisation und Strukturierung von Inhalten für Websites, Mobile Apps, Social Media und Softwareoberflächen. Die IA ist kein Bestandteil des User Interfaces (UI) – viel mehr versorgt die IA das UI mit Informationen. Die IA wird in Tabellen und Diagrammen dokumentiert, nicht aber in Wireframes, umfassenden Layouts oder Prototypen. Auch wenn die IA selbst nicht im UI zu sehen ist, hat sie Auswirkungen auf die User Experience (UX). Eine gute IA vermittelt den Nutzern das gute Gefühl, Inhalte entsprechend ihren Anforderungen und Erwartungen zu bekommen.

      Die IA ist der Bauplan der Designstruktur. UX-Designer verwenden die IA als Basismaterialien, um das Navigationssystem zu planen

      Der Zweck der IA besteht darin, den Benutzenden die richtigen Informationen zu geben, damit diese verstehen, wo sie sich befinden und welche Informationen sie gefunden haben. Die IA beeinflusst einerseits die Content-Strategie, durch die Verwendung der passenden Begriffe, und andererseits versorgt  sie das User Interface mit Informationen, die eine zentrale Rolle beim Prototyping und Gestalten der Interaktion spielen.

      Hauptkomponenten der Informationsarchitektur sind:

      Organisationsschemata und Strukturen

      Wie werden Informationen kategorisiert und strukturiert?

      Es können drei Hauptorganisationsstrukturen unterschieden werden:

      • hierarchisch
      • sequentiell
      • matrix

      Weiter können Inhalte

      • chronologisch
      • alphabetisch
      • thematisch
      • nutzerspezifisch

      • strukturiert werden,

      Beschriftungssysteme

      Wie werden zusammengehörende Informationen effektiv vereint und dargestellt?

      Ein Beispiel: Hinter dem Label «Kontakt» erwarten Benutzende alle relevanten Informationen und Funktionalitäten zu erhalten, um mit dem betreffenden Menschen in Kontakt treten zu können.

      Navigationssystem

      Wie bewegen sich die Benutzenden durch die Informationen?

      Das Navigationssystem im Sinne der IA beinhaltet die Art und Weise, wie sich Benutzer durch den Inhalt bewegen und besteht aus einer Vielzahl an Mustern und Komponenten.

      Suchsysteme

      Wie können Benutzende mit der Suche Informationen finden?

      Informationsreiche Produkte sollten eine Suchfunktion mit Filtern und erweiterten Tools anbieten, die die Benutzenden beim Finden unterstützen.

      Vorgehen

      Content Inventar

      Bestehende Inhalte und Funktionalitäten lokalisieren und identifizieren

      Content Audit

      Inhalte auf Nützlichkeit, Richtigkeit, Artikulation und Gesamteffektivität prüfen

      Informationsgruppierung

      Nutzerzentrierten Beziehungen zwischen den Inhalten definieren

      Entwicklung der Taxonomie

      Namenskonvention (kontrolliertes Vokabular) definieren, um diese überall anzuwenden

      Erstellen von Informationsbeschreibungen

      Nützliche Metadaten definieren (die genutzt werden können, um Navigationselemente, die das Entdecken in Inhalten erleichtert, zu generieren)

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        Hicks UX Law

        Hicks UX Law

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        Warum Sie weniger Optionen schneller machen

        Hicks UX Law

        Das Hicksche Gesetz besagt, dass je grösser die Auswahl an Möglichkeiten ist, umso mehr Zeit und Anstrengung braucht ein Mensch, um eine Wahl zu treffen. Eine Nutzerin oder ein Nutzer braucht also mehr Zeit um eine Aufgabe zu lösen, wenn er oder sie aus mehreren Optionen auswählen muss. Machen Sie durch Reduktion von Optionen Ihre Nutzerinnen und Nutzer schneller und zufriedener.

        Nehmen Sie ihren Nutzenden Entscheide ab

        Die Anwendung des Hickschen Gesetzt im UX/UI-Design unterstützt ein positives Nutzererlebnis. Bei der Konzeption eines digitalen Produkts gilt es herauszufinden, welche Inhalte und Funktionen von den Nutzenden im jweiligen Kontext wirklich gewünscht werden. Anschliessend müssen die Nutzenden sicher zu ihrem Ziel geführt werden. Dabei ist es wichtig, dass die Nutzenden auf ihrem Weg nicht abgelenkt werden und zu viele Entscheide fällen müssen. Denn:

        Zu viele Optionen sind verwirrend und eine Entscheidung zu treffen fällt uns Menschen schwerer, wenn viele Optionen zur Auswahl stehen.

        Besonders bei Kontroll-Systemen und Anlagesteuerungen, wenn die Reaktionszeit kritisch sein kann und schnelle Entscheide gefällt werden müssen, ist es wichtig, die Benutzenden nicht mit unnötigen Entscheidungen zu belasten. Aber auch bei alltäglichen Produkten ist es hilfreich, die Optionen auf dem User Interface zu reduzieren und auf alles zu verzichten, was die Nutzenden vor unnötige Entscheide stellt.

        Schaffe Sie Ordnung mit Kategorien

        Praktisch alle Website-Navigationen funktionieren nach dem Hickschen Gesetzt. Die Navigation strukturiert und gruppiert zusammengehörende Inhalte in übergeordnete Menüpunkte. Erst beim Anklicken oder Taben erscheinen die weiteren Inhalte. Eine gute Informationsarchitektur und eine passende Navigation helfen auch bei einem umfangreichen Umfang (z.B. Galaxus, Booking) schnell und möglichst direkt die für die jeweiligen Nutzenden relevanten Inhalte zu finden.

        So wenden Sie es an

        Analysieren Sie ihre Nutzerinnen und Nutzer und deren Bedürfnisse. Definieren sie die Inhalte und Funktionen, die sie brauchen um ihre Aufgaben zu erledigen ( Designmethode «Jobs to be done»). Reduzieren Sie die Optionen, um Nutzende nicht zu überfordern. Schaffen Sie Ordnung mit verschiedenen Kategorien und Zugängen. Die Designmethode Card Sorting ist eine hilfreiches Werkzeug, um herauszufinden, welche Kategorien für die Nutzenden sinnvoll sind und wie diese Kategorien benannt werden sollen. Probieren Sie es aus.

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          Aesthetik und Usability

          UX und UI Design – Ästhetik – Aesthetic Usability Effect

          Auch bei Produkten zählt der erste Eindruck – Warum ästhetische Produkte als benutzerfreundlicher empfunden werden

          Schöne, ansprechende oder zusammengefasst «ästhetische Produkte» werden laut verschiedenen Untersuchungen als benutzerfreundlicher angesehen, unabhängig ob sie es tatsächlich sind. Ebenfalls erhöht die empfundene Ästhetik die Wahrscheinlichkeit, das Produkt auch tatsächlich zu nutzen.

          Ästhetische Produkte sind besser

          Die Ästhetik [Wissenschaft vom sinnlich Wahrnehmbaren] spielt eine zentrale Rolle für die Art und Weise wie ein Produkt benutzt wird. Ästhetische Produkte sind effektiver bei der Bildung positiver Einstellungen als ein Produkt, welches als weniger schön empfunden wird. Gleichzeitig macht ein «schönes» Produkt die Benutzenden toleranter gegenüber allfälligen Designproblemen. Wer eine persönliche und positive Beziehung zu einem Produkt hat, begegnet diesem mit Zuneigung, Loyalität und auch Geduld. Welche Produkte sind das bei Ihnen? Warum?

          Schönheit ist keine Eigenschaft an den Dingen selbst. Sie existiert nur im Bewusstsein des Betrachters

          Subjektive Ästhetik

          «Schönheit ist keine Eigenschaft an den Dingen selbst. Sie existiert nur im Bewusstsein des Betrachters, und jedes Bewusstsein nimmt eine unterschiedliche Schönheit war.» David Hume 1757

          Was als «schön» empfunden wird ist:

          subjektiv
          • abhängig von der Zeit und dem Umfeld
          • abhängig vom eigenen Wissen und den Erfahrungen
          Objektive Ästhetik

          […] doch zeigen die Ergebnisse der objektiven Ästhetik, dass es Gesetzmässigkeiten zu geben scheint, die für alle Menschen gleichermassen gelten.

          Konkret bedeutet das für uns Designerinnen und Designer, dass ein Objekt von vielen Menschen als «schön» empfunden wird, wenn dieses

          • harmonisch
          • geschlossen
          • symmetrisch

          • ist.

          «Schönheit» liegt sprichwörtlich im Auge des Betrachters. Aus Sicht der Produktentwicklung bildet der Ausgleich zwischen objektiven und subjektiven Eigenschaften ästhetischer Wahrnehmung den Ausgangspunkt für die Marktsegmentierung und Definition eines neuen Produkts. In diesem Zusammenhang spielen die Phänomene der «Komplexität» und «Ordnung» eine zentrale Rolle.

          Ordnung versus Komplexität

          Komplexität und Ordnung sind Gegenpole, die einander ausschliessen. Sie bilden ein Spannungsfeld für die ästhetischen Wahrnehmung zwischen «unerträglich und verwirrend» auf der der einen Seite, sowie «unerträglich und fad» auf der anderen Seite der Skala. Dazwischen gibt es in der Mitte einen Bereich, der für die Wahrnehmung der meisten Nutzenden besonders attraktiv ist. Die Skala kann sowohl auf einzelne Gestaltelemente, wie auch auf das ganze Produkt angewendet werden. So kann beispielsweise ein Produkt mit hoher Ordnung und klarer Struktur, kombiniert mit einem komplexen Farbklima, eine attraktive und ausgeglichenen Gesamterscheinung erhalten.

          So wenden Sie es an:
          • Finden Sie heraus, was für Ihre Nutzenden subjektiv attraktiv ist.
          • Berücksichtigen Sie bei der Gestaltung die Prinzipien der objektiven Ästhetik, wie beispielsweise «der Goldene Schnitt» oder ein harmonisches Farbklima.
          • Suche Sie im Spannungsfeld von «Ordnung und Komplexität» eine ausgeglichenen Gesamterscheinung.

          Wie John Maeda in seinen «10 Gesetze der Einfachheit» schreibt, bedingen Einfachheit und Komplexität einander.

          Viel Erfolg mit mehr Schönheit.

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            User Experience Design für positive Nutzererlebnisse

            UX pyramide

            User Experience Design für positive Nutzererlebnisse

            Die User Experience ist ein zentraler Erfolgsfaktor für attraktive Produkte und Services

            UX pyramide

            Menschen erleben ein positives Nutzererlebnis (User Experience), wenn ihre Erwartungen erfüllt oder sogar übertroffen werden. Wie kann Design das Nutzererlebnis positiv beeinflussen?

            Ganzheitliches Erlebnis

            Die Din-Norm ISO 9241-210 definiert User Experience (kurz: UX, dt.: Nutzererlebnis) mit «Wahrnehmungen und Reaktionen einer Person, die aus der tatsächlichen und/oder der erwarteten Benutzung eines Produkts, eines Systems oder einer Dienstleistung resultieren» und ergänzt «User Experience umfasst sämtliche Emotionen, Vorstellungen, Vorlieben, Wahrnehmungen, physiologischen und psychologischen Reaktionen, Verhaltensweisen und Leistungen, die sich vor, während und nach der Nutzung ergeben.»

            Beim Thema User Experience geht es um ein ganzheitliches Erlebnis beim Interagieren mit einem Produkt oder System und den damit verbundenen Emotionen.

            Positive Emotionen

            Damit ein Produkt erfolgreich wird, muss dieses beim Benutzer (Kunden) positive Emotionen auslösen. Zentraler Kern dafür ist die Usability (dt.: Gebrauchstauglichkeit). Zentrale Frage hier: Ist das Produkt einfach bedienbar? Die Usability bestimmt wie effektiv, effizient und zufriedenstellend ein bestimmter Benutzer seine konkreten Ziele mit dem Produkt erreicht. Wenn dieser dank dem Produkt seine Ziele einfach und angenehm erreicht, entstehen positive Erfahrungen. Soll das Produkt aber mehr als nur nützlich und angenehm sein und die Spitze der UX-Pyramide erklimmen, muss das Erlebnis für den Benutzer bedeutungsvoll sein.

            Machen Sie kurz Pause. Ein Gedankenspiel:

            • Welche Apps haben es auf den ersten Homescreen geschafft? Warum?
            • Welche davon sind für Sie mehr als nur nützlich?
            • Was machen dieses Produkt besonders gut?

            Erfolgserlebnisse und Glücksgefühle

            Wie kann die Chance erhöht werden, dass Benutzende ein Produkt als vergnüglich oder bedeutsam erleben? Um sich im harten Wettbewerb abzugrenzen, werden häufig einfach immer mehr und neue Funktionen in das Produkt gestopft. Bei diesem Vorgehen liegt der Fokus bei der Produktentwicklung auf den Funktionen, egal ob diese das Produkt für die Menschen bedeutsamer machen oder nicht.

            Damit Produkte für Menschen und ihre Nutzungsanforderungen entstehen, müssen die Benutzer von Anfang an in die Produktentwicklung integriert werden, egal ob agil oder klassisch entwickelt wird. Die Human Centered Design Methode lässt sich in beide Vorgehensweisen integrieren. Während dem menschenzentrierten Entwicklungsprozess sind Themen wie Accessibility (deutsch: Zugänglichkeit), Utility (Nützlichkeit) aber auch Ästhetik und die Erfüllung des Markenversprechens von grosser Bedeutung.

            UX-Checkliste

            Kurze Checkliste, um die positive Wirkung der UX- Massnahmen zu überprüfen. Beantworten Sie die folgenden Fragen. Sie kennen die Antworten nicht? Fragen Sie Ihre Nutzerinnen und Nutzer.

            Utility

            Wie hoch ist der subjektive Nutzwert der Inhalte und Funktionen für die jeweilige Zielgruppe?

            Accessibility

            Wie gut ist die Zugänglichkeit und Kompatibilität?
            Wie empfinden Nutzer die Performance und Ladezeiten?
            Eignet sich das Angebot für das verwendete Endgerät?

            Usability

            Wie effektiv, effizient und somit zufriedenstellend kann ein Nutzer sein Ziel mit dem Produkt oder Service erreichen?

            Ästhetik

            Wie ansprechend ist die Optik für die Nutzer?

            Markenversprechen

            Wie gut erfüllt das Angebot das Markenversprechen und damit die Erwartungen der Nutzer?

            Menschen erleben Glücksgefühle, wenn sie Erfolgserlebnisse haben. Wie kann das neue Produkt immer wieder kleine Glücksgefühle auslösen?

            Praxistipp

            Es ist hilfreich, wenn sich das ganze Entwicklungsteam immer wieder in Erinnerung ruft, dass Benutzer Menschen sind – und Menschen erleben Glücksgefühle, wenn sie Erfolgserlebnisse haben. Wie kann das neue Produkt immer wieder kleine Glücksgefühle auslösen? Positive Erlebnisse motivieren Menschen, das Produkt mit Freude zu nutzen und aktiv weiterzuempfehlen. Und das ist die Basis für ein erfolgreiches Produkt. Wie ermöglichen Ihre Produkte oder Services den Nutzerinnen und Nutzern Erfolgserlebnisse?

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              Usability für benutzerfreundliche Produkte

              User Experience Usability

              Usability für benutzerfreundliche Produkte

              Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend erreichen

              User Experience Usability

              Die Usability eines Produkts ist das Ausmass, in dem es von einem bestimmten Benutzer verwendet werden kann, um bestimmte Ziele in einem bestimmten Kontext effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen (ISO 9241-210).

              Was ist usability (dt: Gebrauchstauglichkeit, Brauchbarkeit, Benutzbarkeit oder auch «Benutzerfreundlichkeit»)?

              Beim Thema Usability geht es um einen bestimmten Benutzer. Das bedeutet, dass die Usability nicht ohne weiteres auf andere Benutzer übertragen werden kann. Weiter geht es um klar definierte Ziele, die ein Benutzer in einem bestimmten Kontext erreichen will.

              Dabei ist die Effektivität ein wesentlicher Bestandteil. Der Nutzer soll mit dem Produkt die gesetzten Ziele genau und vollständig erfüllen. Bei der Zielerreichung spielt dann auch die Effizienz eine wichtige Rollen. Wieviel Aufwand (zeitlich, finanziell, materiell und mental) braucht der Nutzer und das bestimmte Ziel zu erreichen.

              Schlussendlich ist die Zufriedenheit des Nutzers relevant. Diese wird mit der Freiheit von Beeinträchtigung und positiver Grundeinstellung zur Nutzung des digitalen Produktes gemessen.

              Wie kann die Usability bestimmt werden?

              Folgende Ergebnisse und Definitionen aus früheren Arbeitsschritten sind notwendig, um die Usability zu testen:

              • Definition der Nutzergruppen (Personas) und die Zielsetzung der Interaktion
              • Beschreibung der Aufgaben (d.h. der Handlungen, die auszuführen sind, um ein Ziel zu erreichen)
              • Beschreibung der Umgebung (alle relevanten Eigenschaften der physikalischen und sozialen Umwelt)
              • Konkrete Usability Messgrössen, die sich auf Effizienz, Effektivität und Zufriedenheit beziehen (z.B. benötigte Zeit, Fehlerraten, Fragebögen, etc.)

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                Human Centered Design für digitale Produkte

                Human Centered Design HCD

                Human Centered Design für digitale Produkte und interaktive Systeme

                Warum digitale Produkte dank Human Centered Design benutzerfreundlicher werden

                Human Centered Design HCD

                Ein digitales Produkt oder interaktives System, das die Anforderungen und Bedürfnisse der Menschen erfüllt, bietet wesentliche ökonomische und soziale Vorteile – sowohl für die Benutzenden wie auch für Arbeitgeber und Anbieter. Erhöhung der Produktivität, Steigerung der Wirtschaftlichkeit und zufriedenen Kunden. Tönt das gut? Das zu erreichen ist keine Zauberei, sondern ein Teil von konsequentem Human Centered Design.

                Was ist Human Centered Design?

                Human Centered Design ist ein Designansatz und eine Gestaltungshaltung, um attraktive digitale Produkte und interaktive Systeme zu gestalten und entwickeln. Die menschenzentrierte Gestaltung stellt während des gesamten Designprozess die Menschen ins Zentrum. In der Praxis bedeutet dies, dass nicht nur zukünftige Benutzerinnen und Benutzer in den Entwicklungsprozess integriert werden, sondern auch alle relevanten Stakeholder wie z.B. Marketing, Vertrieb und Geschäftsleitung. Dadurch wird das Risiko minimiert, dass das Endprodukt nicht akzeptiert wird.

                Das Grundprinzip von Human Centered Design ist, basierend auf Daten und Beobachtungen, die wahren Bedürfnisse der Menschen zu erkennen und daraus digitale Produkte oder interaktive Systeme zu entwickeln, die den Benutzenden helfen, ihre Aufgaben effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erledigen.

                Normierter Prozess für tiefes Nutzerverständnis

                Wie die Integration von Human Centered Design in bestehende Prozesse gelingt und was beachtet werden muss wird ausführlich in der Norm «Ergonomie der Mensch-System-Interaktion – Teil 210: Prozess zur Gestaltung gebrauchstauglicher interaktiver Systeme (ISO 9241-210:2010); Deutsche Fassung EN ISO 9241-210:2010» beschrieben.

                Im menschenzentrierten Gestaltungs-Prozess werden vier miteinander verbundene Gestaltungs-Aktivitäten unterschieden. In der DIN 9241-210 Norm heissen die einzelnen Aktivitäten:

                • Verstehen und Beschreiben des Nutzungskontexts
                • Spezifizieren der Nutzungsanforderungen
                • Entwerfen der Gestaltungslösungen
                • Testen und Bewerten der Gestaltung

                Oberflächlich betrachtet unterscheiden sich die menschenzentrierten Gestaltungsaktivitäten nicht markant von den allgemeinen Arbeitsphasen in der Gestaltung. Erst die detailliertere Auseinandersetzung zeigt den Mehrwert von Human Centered Design.

                Die frühen Rückmeldungen der Benutzerinnen und Benutzer durch die Bewertung grober Prototypen ermöglichen ein tiefes Verständnis der Bedürfnisse und Anforderungen.

                Diese laufenden Erkenntnisse helfen aus einem ersten Gestaltungskonzept ein digitales Produkt oder interaktives System zu entwickeln, das die Menschen gerne nutzen. Damit Human Centered Design in der Praxis funktioniert, gilt es, folgende Prinzipien zu beherzigen.

                Prinzipien der menschenzentrierten Gestaltung

                Diese Prinzipien bilden den Mindset für erfolgreiches Human Centered Design.

                Human Centered Design

                • ist emphatisch und basiert auf einem umfassenden Verständnis der Benutzenden, deren Arbeitsaufgaben und ihrem Arbeitsumfeld
                • ist iterativ und bezieht während des gesamten Prozesses die Menschen mit ein
                • ist kollaborativ und interdisziplinär, d.h. es sind fächerübergreifende Kenntnisse und Perspektiven vertreten
                • ist experimentell und verfeinert die Gestaltungslösung fortlaufend auf Basis benutzerzentrierter Evaluierung und Rückmeldungen
                • ist optimistisch und stärkt den Glauben, dass etwas positiv verändert werden kann, egal wie gross die Herausforderung, wie kurz die Zeit oder wie knapp das Budget ist

                Die Implementierung von Human Centered Design in einer Organisation braucht Zeit und Menschen, die sich dem Thema aus vollster Überzeugung annehmen. Im Buch «Oops! Innovation ist kein Zufall» beschreibt Christina Taylor, wie die Swisscom Human Centered Design in der Organisation integriert hat.

                Human Centered Design ist keine Modeerscheinung oder etwas, dass sich nur Konzerne leisten können, sondern ein Werkzeug zur Gestaltung relevanter und sinnstiftender Produkte und Services für Menschen. Hier eine nicht abschliessende Auflistung von Vorteilen, die sich aus der menschenzentrierten Gestaltung für unterschiedliche Anspruchsgruppen ergibt.

                Die Vorteile der menschenzentrierten Gestaltung

                Vorteile für Benutzerinnen und Benutzer

                • Vermeidung von Stress
                • Gesteigertes Wohlbefinden
                • Erhöhte Zugänglichkeit

                Vorteile für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber

                • Erhöhung der Produktivität
                • Steigerung der Wirtschaftlichkeit
                • Senkung der Kosten für Schulung und Betreuung

                Vorteile für Produktanbieter

                • Produkt wird von den Benutzenden akzeptiert
                • Für attraktiv gestaltete Produkte sind Konsumentinnen und Konsumenten bereit einen höheren Betrag zu bezahlen
                • Abgrenzung zum Wettbewerb durch Schärfung des Markenbildes

                Wann starten Sie mit der Gestaltung von Lösungen, die konsequent die Bedürfnisse und Wünsche Ihrer Benutzerinnen und Benutzer erfüllen?

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